man walking in a green forest with fog

Entdecken Sie die düstere Seite – Gruselführung in Salzburg

Österreichs sympathische Kulturstadt hat neben Mozart, Festspielen und tollen Ausstellungen auch noch eine dunkle Seite. Hinrichtungen, Hexenprozesse und Folterungen gehören genauso zu Salzburg wie all die Themen derentwegen alljährlich viele Touristen die Kulturhauptstadt besuchen. Einige Themen werden in einer speziellen Gruselführung präsentiert. Sie können Sich hier einen ersten Eindruck verschaffen und bei näherem Interesse in der großen Salzburger Bibliothek recherchen zum Thema unternehmen. Auch der Film “Hast du den Zauberer Jackl gekannt” liefert einen detailierten Einblick in die dunkle Vergangenheit Salzburgs. Auf gehts zur dunklen Seite der Mozartkugel…

Gruselführung durch die Salzburger Stadt

Gruselwandern in Salzburg – lernen Sie in einer ca. 1,5 stündigen Stadtwanderung  die düsteren Geheimnisse von Salzburg kennen. Auf dem Weg hören Sie viele gruselige Geschichten, die sich vor Jahrhunderten in Salzburg abgespielt haben (und haben könnten). Hauptaugenmerk wird auf den Hexenprozess des 17. Jahrhunderts gelegt. Hierbei geht es nicht nur um den berühmten Zauberer Jackl , der in Salzburg sein Unwesen getrieben haben soll, sondern auch um diverse Hexensabbate, nämlich Orgien mit dem Teufel, die auch am Gaisberg laut Foltergeständnissen abgehalten worden sein sollen.

Weiters erfahren Sie einige Schauermärchen über den Friedhof St. Peter und natürlich einige auf die Festung Hohensalzburg bezogene düstere Geschichten; dort soll nämlich unter anderem die „Weiße Frau“ihr Unwesen getrieben haben, bis man die Festung letztendlich mit Scheinwerfern nachts in helles Licht tauchte. Seither ist sie verschwunden.

Weitere Stationen auf unserer Gruselführung stellen das Rathaus, der Waagplatz und die neue Residenz dar. Diese Orte waren teilweise Gefängnisse, Folterkammern, Richtstätten und Hinrichtungsplätze.

Lassen Sie sich verhexen und nehmen sie teil an einem gruseligen Spaziergang bei Finsternis…
Öffentliche Termine: 1x monatlich jeden letzten Freitag um 20 Uhr ab Festungsgasse (vor Talstation Festungsbahn) zu € 12,-/ Person, Kinder unter 10 Jahren frei- ANMELDUNG UNBEDINGT ERFORDERLICH!!
Gruppenführungen: € 160,- bis max. 30 Personen

 

“Hast du den Zauberer Jackl gekannt?” – Ein Film zum Thema

“Der “Zauberer Jackl” und die Auslöschung der Unterschicht

Richter, Schreiber, Henker: Die Hexenprozesse waren straff organisiert. Nur in den seltensten Fällen entkamen die Angeklagten dem Scheiterhaufen.

Die Bande des “Zauberer Jackl” sorgte im Salzburg des späten 17. Jahrhunderts für Hysterie. 138 Menschen mussten ihre Bekanntschaft mit dem gejagten Jakob Koller mit dem Leben bezahlen.

Die Prozesse wurden penibel dokumentiert. Heinz Nagl ging für seine Dissertation einen meterhohen Papierstapel im Salzburger Landesarchiv durch: “Ich musste oft aufstehen und rausgehen, weil ich diese Grässlichkeit und Grausamkeit nicht ausgehalten habe”, sagt er.

Ein neuer Film widmet sich dem größten Hexenprozess auf dem Gebiet des heutigen Österreich – 138 Menschen wurden Ende des 17. Jahrhunderts in Salzburg hingerichtet

Salzburg – Einem der dunkelsten Kapitel der Salzburger Landesgeschichte widmet sich eine Filmdokumentation, die Ende Jänner im Salzburger “Das Kino” Premiere hatte: “Hast du den Zauberer Jackl gekannt?” von der jungen Regisseurin Sabine Bauer behandelt den letzten großen Hexenprozess Mitteleuropas, der zwischen 1675 und 1690 in Salzburg stattfand und mindestens 138 Menschen das Leben kostete – überwiegend Kinder und Jugendliche aus den untersten Schichten der Bevölkerung.

Als gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Spuk der Hexenverfolgungen in weiten Teil West- und Mitteleuropas schon vorbei war, über hundert Jahre nach der bis dahin letzten Hexenverbrennung im Fürsterzbistum Salzburg, brachte 1675 die Verhaftung der etwa 50-jährigen Landstreicherin Barbara Kollerin in Golling alles in Rollen. Die Kollerin hatte zusammen mit ihrem Sohn Jakob Opferstöcke in den Kirchen der Umgebung aufgebrochen – beim Verhör in der Hauptstadt beschuldigte sie ihren Sohn des Diebstahls und der Zauberei. Die Kollerin wurde hingerichtet, ihr Sohn gesucht – ergebnislos.

Jagd auf ein Phantom

Jakob Koller wurde schnell zur Legende – er soll eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen um sich geschart haben und mit ihnen bettelnd und stehlend durch die Lande gezogen sein. Im Volk kursierten viele Gerüchte über ihn: Der “Jackl”, wie er genannt wurde, soll mit dem Teufel im Bund sein, sich unsichtbar machen und fliegen können, hieß es. Als im Lauf des Jahres 1677 dann mehrere festgenommene junge Bettelbuben angaben, sie seien mit dem “Zauberer Jackl” in Kontakt gestanden, ging eine Lawine los.

Erzwungene “Geständnisse”

Die Buben wurden im Rathaus der Stadt Salzburg eingekerkert, verhört und gefoltert. “Die meisten sind schon beim Anblick der Foltergeräte zusammengebrochen und haben alles gestanden, was ihnen in den Mund gelegt wurde”, sagt der Historiker Heinz Dopsch von der Uni Salzburg. Richter, Ankläger und Verteidiger in einer Person war bei diesen Prozessen der Kommissar Sebastian Zillner, ein Mitglied des Salzburger Hofrats, der obersten Justizbehörde des Landes. “Hast du den Zauberer Jackl gekannt?”, lautete stets die erste Frage an die Angeklagten.

Nur jeder Sechste kam frei

Die meisten von ihnen bejahten unter Druck der Folter die Frage. “Das war das Todesurteil”, sagt Heinz Nagl, der im Jahr 1966 über die “Zauberer-Jackl-Prozesse” dissertiert hat. Was dann folgte, waren Denunziationen gegen andere junge Leute – die letztlich 198 meist jugendlichen Angeklagten hofften so, ihre Strafe zu mildern. 138 von ihnen endeten dennoch auf dem Scheiterhaufen, am Galgen oder unter dem eigens eingeführten Fallbeil. Fünf Menschen starben im Lauf des Verfahrens, 13 wurden des Landes verwiesen, elf Kinder kamen zu Pflegeeltern; lediglich 31 Personen wurden freigelassen.

Gezielt gegen Randgruppen

Über die Hintergründe dieser Hinrichtungsorgie gibt es nur Vermutungen; die meisten Historiker gehen aber davon aus, dass die Obrigkeit im Fürsterzbistum die Gelegenheit nützte, um Randgruppen der Gesellschaft – Bettler, Landstreicher, Behinderte – aus dem Weg zu räumen. Anschuldigungen gegen etablierte Bürger wurde dagegen nicht weiter verfolgt.

Auf Unterstützung aus dem Bauernvolk konnten die Angeklagten nicht hoffen: Die umherziehenden Bettlergruppen waren verhasst und ihre “Zauberei” diente als Erklärung für schlechtes Wetter, Missernten und Hungersnöte. Die “kleine Eiszeit” war damals auf ihrem Höhepunkt, die Durchschnittstemperaturen lagen drei bis vier Grad unter den heutigen Werten.

“Sonderstellung” unter Hexenprozessen

1690 wurde der Prozess eingestellt – auch die Hintergründe dafür sind nicht geklärt. Einer gängigen Theorie zufolge war der Hauptgrund, dass die Kosten für das Verfahren immer mehr anstiegen. Die Geschehnisse rund um den “Zauberer Jackl” – der im Übrigen nie wieder gesehen wurde – nehmen “in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung unter den europäischen Hexenprozessen” ein, sagt Historiker Dopsch. Nicht nur wegen der Zahl der Hingerichteten – es handelt sich um den größten Hexenprozess auf dem Boden des heutigen Österreich -, sondern auch wegen der Zusammensetzung der Opfer: Vier Fünftel waren männlichen Geschlechts, zwei Drittel nicht älter als 21 Jahre. Der jüngste Hingerichtete war gerade einmal zehn Jahre alt. Zu 90 Prozent traf es Randgruppen der gesellschaftlichen Unterschicht.” (Markus Peherstorfer, derStandard.at, 26.01.2009)

 

Viele weitere dunkle und verdunkelte Abschnitte hält die Geschichte der Stadt Salzburg bereit. Sollten Sie nach all den Informationen Angst bekommen haben:

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